Ein prophetischer Zwischenruf

am

Darf man das, oder darf man es nicht?

Es kam mir in den Sinn, und ich versuche es nun eben. Ich maße mir dabei an, zu sagen, was meiner Meinung nach Gott gefällt und was nicht. Dass das tatsächlich so ist, dafür kann ich nicht garantieren. Es ist meine Meinung – keine theologisch besonders saubere – begründet mit einer gründlichen Bibellektüre und einem erschrockenen Blick auf das, was aktuell in Europa passiert. Manche Zusammenhänge sind nicht kausal – und passieren doch parallel.

So spricht der Herr: „Ich weine über Berlin und München.

Ihr hattet meinen Willen getan und ich habe euch gesegnet mit einem tollen Wirtschaftswachstum, der geringsten Arbeitslosigkeit seit ihr euch erinnern könnt und einer fallenden Kriminalitätsrate entgegen aller Prognosen. Ich habe gehofft, dass euch das zeigt, dass ihr mit eurer Menschenfreundlichkeit und den riesigen Anstrengungen, den Fremden bei euch wohnen zu lassen und zu behandeln, wie einen von euch, auf dem richtigen Weg seid. Oh ja, ihr wart auf einem guten Weg.

Aber ihr seid von diesem Weg abgekommen, zurückgerudert vor eurer eigenen Courage, habt den Schwanz eingekniffen vor der lautesten Meinung. Jetzt verspottet ihr meinen Namen, indem ihr euch christlich nennt, Kreuze in jede Behörde hängt und meine geringsten Brüder verhungern, verdursten, vertrocknen, ertrinken lasst.

Ich bin gekommen, um den Armen frohe Botschaft zu bringen, doch ihr setzt mehr Geld dafür ein, eure Grenzen zu schützen als den Ärmsten der Armen zu helfen.

Ich bin gekommen, um die Gefangenen frei zu machen, doch ihr nehmt diejenigen unter den Freien gefangen, die ihr Leben einsetzen, um Menschen in Not zu helfen. Ihr macht diejenigen, die meinen Willen tun, zu Verbrechern. Nicht nur, dass ihr selbst nicht helft, ihr hindert und kriminalisiert diejenigen, die Menschen in Not helfen wollen und dafür ihr Leben einsetzen.

Ich bin gekommen, den zerschlagenen Freiheit zu bringen und ihr deportiert Menschen, die sich schon frei wähnten, in Länder, in denen man nicht ohne Lebensgefahr eine eigene Meinung oder eine eigene Religiosität haben kann.

Ich bin gekommen, ein Gnadenjahr zu verkünden, und ihr setzt auf die Härte des Rechtsstaates gegen einen gnädigen und humanen Umgang mit Menschenrechten.

Die Schreie der Verzweifelten in HotSpots und Abschiebelagern sind mir zu Ohren gekommen und ich werde nicht mehr lange warten.

Das Blut, die Verletzungen, die Panik der afghanischen Geflüchteten, die zurückgeschoben werden, liegt in meinen Ohren und ich werde mich ihrer Erbarmen.

Die vertrockneten Leichen der Verdursteten in der Sahara rühren meine Augen zu tränen und ich werde mich ihrer annehmen.

Das Blut der Menschen, die im Mittelmeer sterben ruft zu mir und es wird auf euch kommen, wenn ihr nicht umkehrt.

Noch ist Zeit, umzukehren. Noch ist Zeit, diejenigen zu unterstützen, die sich für Freiheit, Menschenwürde, Humanität einsetzen. Nutzt diese Zeit!

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. bithya85 sagt:

    Hat dies auf gemigblog rebloggt und kommentierte:
    „Zufällig“ gefunden… gibt es „zufällig“?

  2. bithya85 sagt:

    Ja, ich denke, das darf man. War mal nötig, danke. Hoffentlich werden es die Richtigen sehen.

  3. Luisa Sinate sagt:

    Hat dies auf Flüchtgedanken rebloggt und kommentierte:

    Weil es gerade wieder aktuell ist…

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