Gestohlene Zeit

Die Angst, das Leben zu verpassen. Zeit zu verschwenden. Den Anschluss zu verpassen, nicht mehr aufholen zu können. Diese Angst ist mir in den letzten Tagen häufiger begegnet. Vielleicht wird es vielen um den Jahreswechsel herum besonders klar.

Sie merken: Dass da wieder ein Jahr vergangen ist. Ein Jahr, in dem sie keine Sicherheit über den Aufenthalt bekommen haben. Ein Jahr, in dem ich keine ordentliche Arbeit oder Ausbildung gefunden haben. Ein Jahr, in dem sie keine Familie gegründet und kein Haus gebaut haben. Während doch Andere im selben Alter…

War 2018 dann ein verlorenes Jahr? War es vielleicht ein gestohlenes Jahr? Wie schnell Sicherheit über den Aufenthalt kommt, kann man ja nicht wirklich beeinflussen. Kann ich die Zeit wieder aufholen, die ich gerade verschwende?

Wie mit der Hoffnungslosigkeit umgehen, die sich darin ausrückt? Wie Mut zusprechen? Wie vermitteln, dass es nie zu spät ist, durchzustarten, und dass man auch im Wartemodus viel erreichen kann? Wie Geduld spenden?

Vielleicht heißt es einfach, Hoffnungslosigkeit aushalten. Sich mitärgern, dass Zeit gestohlen wird. Und sich dann gemeinsam auf die Suche nach Perspektiven-Pflänzchen begeben.

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