Von Zyklon „Idai“, Angst und Wunderkindern

In den letzten Tagen habe ich am eigenen Leib erlebt, wie sich viele der Geflüchteten fühlen müssen, die Freunde und Familie in Kriegs- und Krisengebieten haben. Einige von euch werden es in den Nachrichten gehört haben, in der letzten Woche hat der Zyklon „Idai“ die Stadt Beira in Mosambik verwüstet.

Ich habe in dieser Stadt vor meinem Studium ein Jahr lang gelebt und habe dort viele Freunde und Familie, die ich mehrere Tage lang nicht erreichen konnte, weil der Strom- und Handynetz ausgefallen war. Je länger wir niemanden erreichen konnten, desto stärker wurden die Bilder im Kopf, was alles passiert sein könnte, desto stärker die Sorgen und desto weniger die Konzentrations- und Arbeitsfähigkeit.

Mittlerweile haben wir zum Glück die gute Nachricht bekommen, dass alle am Leben sind. Welch eine Erleichterung! Trotzdem ist die Situation in Beira und dem Umland immer noch kritisch, noch gibt es Überschwemmungen, Lebensmittel kommen nur über den Luftweg in die Stadt und viele Häuser und öffentliche Einrichtungen wurden zerstört – unter anderem auch „unsere“ Kirche dort. Wenn ihr helfen wollt, gerne über die Soforthilfe von EBM International.

Was mir durch das Erleben am eigenen Leib besonders bewusst geworden ist: Viele Geflüchtete leben tagtäglich in dieser Angst um ihre Angehörigen und Freunde!

Das ist nicht einfach mal ein paar Tage und dann ist es auch wieder gut (oder auch nicht und man kann trauern und lernen damit zu leben), sondern ständig ist die Familie in Afghanistan in Gefahr, weil jederzeit eine Bombe hochgehen kann. Ständig sind Sorgen um Mutter, Vater, Ehefrau, Schwestern, Brüder, Töchter, Söhne präsent.

Dass so viele Geflüchtete es trotzdem schaffen, sich hier aufs Deutschlernen, auf einen Beruf und eine Ausbildung zu konzentrieren, ist ein Wunder – und es ist wichtig zu würdigen, wie viel Anstrengung es die Menschen kosten muss! Deswegen: sagt euren Wunderkindern (auch denen, denen man es nicht gleich ansieht und die mit ihrere Situation hier kämpfen), wie toll es ist, was sie alles angesichts dieser Situation geschafft haben!

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