Wir müssen doch auch realistisch denken…

Nein, müssen wir nicht.

Klar Politiker müssen irgendwo schauen, was tatsächlich möglich ist. Aber viel zu oft blockiert Realismus das weiterdenken. Viel zu oft lassen wir uns durch Realismus dazu verführen, viel weniger zu tun als tatsächlich möglich wäre.

Dafür ist Idealismus gut. Idealismus pusht uns dahin, alles zu versuchen, um dem Ideal so nahe wie möglich zu kommen. Dass das Ideal nicht erreichbar ist, ist schon klar.

Aber: Nur wenn wirklich Gewaltfreiheit die Maxime ist, an die man glaubt. Nur wenn man den Einsatz von Waffengewalt selbst in Extremsituationen erstmal kategorisch ausschließt, entstehen kreative Konfliktlösungsmöglichkeiten ohne Waffengewalt. Sobald die Gewalt als ultima ratio immer dazu genannt wird, schleicht sie sich ganz schnell von der ultima zur tercera und dann zur primera ratio. Sie wird also von der allerletzten Möglichkeit schnell zu einer von vielen Möglichkeiten und dann, wenn unsere Köpfe genug daran gewöhnt sind auch zu der Möglichkeit, zu der man direkt als erstes greift.

Genau so ist es mit Klimaschutz oder sozialer Gerechtigkeit oder einem Idealbild von einer Welt, in der jeder dort leben darf, wo er gerne leben möchte. Wenn diese Bilder immer klein gemacht werden, weil, man muss ja realistisch denken, wird sich nichts ändern. Wenn wir uns die Idealbilder dagegen ausmalen – in unseren Köpfen und in Gesprächen und dem, was wir so öffentlich von uns geben, dann können sie Kraft entwickeln. Und auch wenn wir sie nie 100% umsetzen können, wir werden ihnen ein kleines Stück näher kommen und schon das kann die Welt besser machen.

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